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Ein Spiel mit Witz und Geschichte

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Altena, 08.05.2011, Auszug aus der Zeitung, ein Bericht von Christof Hüls WR

Karsten Wolfewicz hat große Puppen gebastelt für ein spektakuläres Historienspiel.

Altena. Seit zweieinhalb Jahren sorgt Karsten Wolfewicz gut gelaunt für Ordnung in Altenas bester Stube. Der Kulturschaffende sieht und nutzt die banale Hausmeister-Arbeit in der Burg Holtzbrinck als kreative „Auszeit“.

Eine Viertelmillion Gäste kennen den hageren Mann aus dem Burgrestaurant. Die Höfische Tafel dort „holte in 20 Jahren mehr Besucher nach Altena als die Mittelaltermärkte“. Wolfewicz nimmt die sagenhafte Zeit der Burgen sehr ernst. Er fasst auch seine Auftritte im Festsaal so auf: „Wenn andere die Sauflatte reichten, geben wir in Sachen Kultur noch einmal richtig Gas.“ Obwohl er gerne lacht.

Mittelalter- das ist sein Thema. Dann sprudelt es nur so aus. Referenzen hat er viele für Events, die der Zeit der Ritter und holden Burgfräuleins den Boden huldigen.


Kein neues Museum, keine Stätte des Wissens, nein: „Ich will Spaß an Geschichte vermitteln. Die Zuschauer sollen nachher mit Bauchschmerzen vor Lachen nach Hause fahren.“ Humor ist für Wolfewicz „eine der schärfsten Waffen“.
Und so hat er das alte Mittelalter-Gewand abgestreift und sich aufgemacht in neue Epochen.~
Dabei will er aus der biederen „Vorhang-auf-Tritratullala-Mentalität“ ausbrechen. Ihm schwebt ein Mitten-Drin-Theater vor, eine 360-Grad-Rundum-Bühne mitten im Publikum, wie ein Schiff. Hinter den Bühnenwänden können drei „sportliche Akteure“dann seine Geschichte erzählen.
Die Größe seiner Puppen „erzielt Reichweite“, wie er es formuliert.
Wolfewicz wagt den Spagat: Kinder zum Lachen zu bringen und Bildungsbürgern geistreiche Gedankenblitze zu liefern – etwa, wenn er süffisante Anspielungen auf das „Ei des Kolumbus“ macht.~

Auch der Entdecker Amerikas segelt übrigens auf seiner drei Meter langen Santa-Maria durch das epochale Stück.

Apollos Erben“ auf einer irren Zeitreise Auszug aus dem Bericht des Altenaer Kreisblatt
ALTENA - Wer in den letzten Monaten abends an der Burg Holtzbrinck vorbei
gegangen ist, der hat den Hausmeister vielleicht laut lachen hören. © Thomas Keim

Karsten Wolfewicz im Kreise der Hauptdarsteller:

Erikson, Branden, von Holtzbrinck, Kopernikus und „Schliemann“.
Wolfewicz hofft darauf, mit einem Förderer seiner Idee ins Gespräch zu kommen. Das Theater dient ihm nicht als Selbstzweck, vielmehr sieht er darin eine konkrete Tourismusförderung, die von einem „schrillen und individuellen Anreiz“ lebt. „So was hat ja nicht jeder.“